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Über­prüfbare Gesetz­mäßig­keiten statt Beliebig­keiten. Es gibt keinen einzigen Grund, an Astro­logie zu glauben. Es gibt jedoch viele Gründe, von Astro-Logik fasziniert zu sein. Gabor Neuman hat zum Thema Systemkritik promoviert und be­schreibt in seinem Buch über­prüf­bare Prin­zi­­pien und Gesetz­­mäßig­­keiten, die der Astro­logie und der Deu­tung von Horos­kopen zu­grunde liegen. Die dar­­­­ge­­stellte Bild­­­­sprache der Astro­­­­logie faszi­niert vor allem durch eine einzig­­­­artige Sys­te­m­a­tik, die lo­­­gi­sches Den­ken in Ana­­lo­gien und Sinn­­­­bildern schult. Siehe Kurzinfos zu den Tierkreiszeichen.

Glauben setzt Wissen voraus. Fragen zur Logik der Astro­logie bitte an:
Info(at)Gabor-Neuman.de.


Der Tredition Verlag stellt dem Buch­handel gerne kosten­freie Ansichts­exemplare zur Ver­fügung unter: Tredition.de/Buch­handel.

Der Astrologe Gabor Neuman im Gespräch 
über sein neues Buch  
„Astro­logie für Ungläubige“
Die faszinierende Schlüssigkeit 
 einer einzigartigen Denkordnung.

Sie werben für eine völlig neue Sicht auf die Astro­logie. Was ist der Kern Ihrer Forderung, Herr Neuman?
Egal, ob man an Astro­logie glaubt oder nicht, mir geht es um grundsätz­liche Forderungen. Drei Dinge möchte ich klären: Erstens möchte ich die vielen pauschalen Vor­ur­teile gegen­über der Astro­logie in Frage stellen. Zweitens will ich zeigen, dass Astro­logie auf einem System von über­prüf­baren Gesetz­mäßig­keiten und Prinzip­ien beruht. Drittens plädiere ich für eine ganz­heit­liche Deu­tung, die die üblichen Einzel­aussagen trotz der un­vermeid­baren Wider­sprüche nach­vollzieh­bar zusammen­fasst.

Ein Millionen­publikum aus allen Schichten interessiert sich für Astro­logie. Was sagen Sie diesen Astro­logie-Interessierten?
In erster Linie möchte ich nahelegen, der Astro­logie nicht blind zu vertrauen oder gar unwissend an sie zu glauben. Mein Motto lautet: „Falsifizieren statt Verifizieren.“ Nur auf diese Weise hat man eine Chance, sich der Astro­logie un­vorein­genommen zu nähern. Ich unter­stütze deshalb die öffentliche Warnung von 186 Wissen­schaftlern vor einer illusionären Astro­logie. Und ich kritisiere den Esoterik-Kommerz. Denn der suggeriert eine Überlegenheit des „Edlen und Wahren". Und er ist mit­verant­wortlich für die trügerische, weihevolle Suggestion, dass Astro­logie mit Sternen und Kosmos in Verbindung gebracht werden kann.

Stimmt das etwa nicht? Sogar viele Wissenschafts­journalisten haben festgestellt, dass es bei der Astro­logie um Sterne und Kosmos geht.
Ja, selbst der berühmte Astro­physiker Professor Lesch hat das im WDR-TV bei Terra X mehr­fach behauptet. Aber Fakt ist: Die Tier­kreis­zeichen be­ziehen sich aus­schließ­lich auf den erd­nahen Stand von Sonne, Mond und Pla­neten. Sie orien­tieren sich aus­schließ­lich am Zeit­punkt der Tag­und­nacht­gleichen und Sonnen­wenden - egal welche Sterne im Laufe der Jahr­tausende dann jeweils im un­vorstell­bar weit ent­fernten Welt­all am Himmel stehen.

Warum sollte man sich mit Astro­logie überhaupt beschäftigen?
Mir per­sönlich geht es vor allem um den Nach­weis einer Astro-Logik. Ge­ne­rell geht es um die Frage, ob man sich selbst durch die Deu­­tu­ng des Geburts­­horos­kops bes­ser kennen­­­lernen kann. Als Orientierungs­hilfe zur Selbst­er­mächtigung. Ganz wichtig dabei ist der Hinweis: Die Tier­kreis­zeichen ent­sprechen bestimmten Prin­zi­pien. Es geht also nicht um konkrete Eigen­schaften, sondern immer nur um wesens­gemäße Eigen­arten, die den Prin­zip­ien der Tier­kreis­zeichen ent­sprechen. Die sind ab­strakt und offen für sehr viele konkrete Ana­logien und Sinn­bilder je nach den in­divi­duell­en Lebens­um­ständen. Insofern werden Astro­logen von Wissen­schaft­lern zu Recht kriti­siert, wenn sie Horoskope mit dem Hinweis auf konkrete Eigen­schaften deuten. Der von Kritikern der Astro­logie immer wieder zitierte Barnum-Effekt, der besagt, dass Klienten die ihnen zu­geschrie­ben­en, allgemein­gültigen Eigen­schaften allzu leichtfertig bestätigen, ist dem­ent­sprechend für die Denk­system­atik der Astro­logie be­deutungs­los.

Können Sie typische Beispiele dafür nennen, dass Astro­logen konkrete Eigen­schaften und nicht, wie Sie fordern, wesens­gemäße Eigen­arten deuten?
Sehr viele. Als Beispiel zitiere ich einen lang­jährigen Vor­sitzenden des Deutschen Astrologen Verbandes. In seinem bei Reclam erschienenen Buch „Astro­logie“ werden die Tier­kreis­zu­schreib­ungen nicht system­atisch und schlüssig von Prin­zip­ien ab­ge­leit­et, sondern einfach in Form von kon­kreten Eigen­schaften nur be­hauptet ohne nach­vollzieh­bare Be­gründ­ung.

Sie hingegen behaupten, dass Astro­logie rational und logisch sein kann?
Ja. Aller­dings ist eine schlüssige Denk­ordnung mit ein­deutigen Prin­zip­ien eine un­abding­bare Voraus­setzung. Nur eine Astro­logie, die nach­vollzieh­bar und über­prüf­bar ist, ist nicht spekulativ und beliebig. Das sollten auch Wissen­schaft­ler be­denken, die sich ohne Kenntnis der astro­logisch­en Denk­ordnung leicht­fertig über die Astro­logie lustig machen. Der leitende Redakteur des Philo­sophie Magazin beispiels­weise kam zu dem Schluss: „Astro­logie ist ein Witz“ (Heft 06/20). Tat­säch­lich ist astro­logisch­es Enter­tain­ment durchaus amüsant. Aber mit Astro-Logik hat das nichts zu tun. Wer be­rechtigter Weise vor den Ver­führung­en durch die Astro­logie warnen will, sollte vor allem ihre Aus­sage­grenz­en sachlich begründen – nicht zuletzt auch in Bezug auf Prognosen.

Was halten Sie eigentlich von astro­logischen Voraus­sagen, Herr Neuman?
Damit be­schäftige ich mich nicht. Denn astro­logische Vor­aus­sagen sind nur sehr ein­geschränkt mög­lich. Schon wegen der vielen Einzel­konstell­ation­en und der Fülle ihrer nur schwer zu ver­ein­barenden Ent­sprechung­en. Ein Horoskop kann ja nicht einmal unter­scheiden, ob es sich um eine Frau, einen Mann, einen An­alpha­beten oder einen Intellekt­uellen handelt. Außer­dem sind Prog­nosen aus meiner Sicht problem­atisch, weil damit irre­führende Er­wartung­en er­zeugt werden können.

Zum Schluss noch eine Frage zur Geburts­zeit von Frau Merkel. Warum trauen Sie sich zu, ihre Geburts­stunde astro­logisch be­stimmen zu können?
Ent­scheidend ist, dass ich dabei von Gesetz­mäßig­keiten ausgehe, die ich streng logisch-rational, völlig neutral und un­vorein­genommen anwende. Vor allem aber demonstriere ich am Merkel-Horoskop beispiel­haft mein Postulat, dass astro­logische Deutungen nur dann ernst genommen werden können, wenn sie von eindeutig definierten Prinzipien und Gesetz­mäßig­keiten ableit­bar und damit schlüssig nachvoll­ziehbar sind. Kritiker der Astro­logie können diesen An­spruch in meinem Buch explizit über­prüfen.

Inhaltsverzeichnis
The key to life is balance

Vorwort
15
I
Astro­logie im Kreuzfeuer der Meinungen
21
II
Astro­logie im Dschungel der Vorurteile
31
Horoskope ohne Sterne
35
Astro­logie und Astronomie
44
Warnung vor Ideologen und Lebensberatern
50
Irreführende Tests
57
Beachtung der Grenzlinien
62
Falsifizieren statt glauben
68
III
Astro­logie als Denksystem
75
Populäre Astro­logie im Small Talk
75
Das System der Münchner Rhythmenlehre
77
Systematik statt Rezepte-Sammlung
79
IV
Astro­logie als ganzheitliche Ordnung
81
Zwölf Prinzipien markieren Einzigartigkeit
82
Bildhafte Sprache gefährdet Schlüssigkeit
85
Horoskop-Deutung verlangt begriffliche Disziplin
87
V
Astro­logie als ein System der Balance
93
Einzelne Tierkreiszeichen als Teile des Ganzen
93
Prinzipien der Tierkreiszeichen und ihre Analogien
103
Kernthemen der Tierkreiszeichen
109
Vier Quadranten als Kern der Ordnung
128
Die faszinierende Logik des Fügungsrhythmus
146
VI
Denkwürdige astrologische Konstellationen
155
Abgrenzung von Moral und Ethik
155
Abgrenzung von Verstand und Vernunft
160
Abgrenzung von Intellekt und Geist
163
Abgrenzung von Gegenteil und Gegensatz
167
Abgrenzung von Abhängigkeit und Freiheit
170
VII
Horoskop-Deutung nach Gesetzmäßigkeiten
177
Die Kunst der Deutung
180
Horoskop des Autors
182
Horoskop mit identischem Geburtstag
186
Horoskop von Pablo Neruda
190
Horoskop von Bundeskanzlerin Merkel
192
Leser deuten das Horoskop eines Politikers
198
VIII
Astro­logie und Philosophie
205

Das Wichtigste,
was man über Astro­logie
wissen muss.

 

Vorwort

Kann Astro-Logie rational und logisch sein? Gibt es eine in sich schlüssige astrologische Denkordnung, mit der Horoskope nachvollziehbar und überprüfbar gedeutet werden können? Was können wir von einem astrologischen Denksystem für unser Alltagsleben lernen?

Der Beantwortung dieser Fragen widmet sich dieses Buch. Es erklärt, warum die Astro­logie von Leichtgläubigen zu sehr überschätzt wird. Und es begründet, warum Skeptiker häufig dazu neigen, die Astro­logie zu unterschätzen. Ausdrücklich distanziert es sich von einer Astro­logie-Industrie, die sich an den Mechanismen der Konsumgüter-Industrie orientiert und die Deutung von Horoskopen kommerzialisiert hat. Besonders in Zeiten, in denen man eine Flucht aus der undurchsichtig gewordenen, komplexen Alltagswelt in eine ebenso undurchsichtige, metaphysische Welt beobachten kann, ist es wichtig, dass Erläuterungen zu Horoskopen nachvollziehbar und überprüfbar sind.

Meine persönliche Grundeinstellung gegenüber der Astro­logie: Ich kenne kein einziges Argument, um an Astro­logie zu glauben. Denn die Vermutung, dass von Sonne, Mond und Planeten eine Wirkung auf das Verhalten von Menschen ausgehen könnte, ist so unwahrscheinlich, dass es mir nicht sinnvoll erscheint, daran zu glauben. Hingegen kenne ich viele Gründe, von der Astro­logie fasziniert zu sein. Denn die Denkordnung, auf der die Astro­logie aufbaut, ist tatsächlich einzigartig und überaus attraktiv in ihrer Schlüssigkeit. Am besten kann man sich ihr nähern, indem man versucht, sie zu falsifizieren.

Das größte Problem bei der allgemeinen Bewertung der Astro­logie scheint mir allerdings zu sein, dass ablehnende wie zustimmende Sichtweisen im Unterbewussten verankert sind. Deshalb behandle ich in den ersten beiden Kapiteln des Buches zunächst die populärsten Vorurteile gegenüber der Astro­logie. Das macht den Weg frei für eine nüchterne Beurteilung.

Bekanntlich können irrationale Vorurteile gegenüber der Astro­logie selbst durch konkrete Fakten nur selten widerlegt werden. Denn Logik ist nichts anderes als die eigene Konstruktion von Logik. Jeder konstruiert sich seine eigene Logik. Es sei denn, es wird ein eindeutiges System von Kriterien und Gesetzmäßigkeiten vorgegeben, so dass logische Schlussfolgerungen jederzeit überprüfbar sind. Genau um diese Gesetzmäßigkeiten geht es in diesem Buch.

Kernthemen der Tierkreiszeichen
(Auszug)

In der Literatur zur Astro­logie dominieren spekulative Beliebigkeiten. Im Internet können sich die Leser über die wuchernde Fülle von fantasievollen Deutungen informieren. Ich konzentriere mich exemplarisch auf Beispiel-Texte, die im Reclam-Heft „Astro­logie – Eine Einführung" vom langjährigen Vorsitzenden des Deutschen Astrologen-Verbandes, dem Psychotherapeuten Dr. Peter Niehenke, zitiert werden. Ich beziehe mich dabei konkret auf seine Ausführungen auf den Seiten 162 ff. Wenn man diese Zuschreibungen mit den in diesem Buch auf Seite 18/19 von Döbereiner definierten Prinzipien vergleicht, wird deutlich, welche fundamentale Rolle meine Forderung nach Schlüssigkeit bei der Deutung von Horoskopen spielt.

Die geniale Denkordnung der Astro­logie*

Die vier Phasen der Denkordnung in ganzheitlicher Sicht:
Das Reale im ersten Quadranten wird als Vorstellung im dritten Quadranten zur Wirklichkeit, die das Seelische im zweiten Quadranten prägt und unter der Leitung des Unbewussten im vierten Quadranten das Leben bestimmt. Ein Beispiel für den Verbund der vier Quadranten: Vierter Quadrant: causa finalis - Fische, Wassermann, Steinbock
Religiöses offenbart sich individuell im Unbewussten.
Dritter Quadrant: causa formalis - Schütze, Skorpion, Waage
Religionen transformieren individuell Religiöses zu allgemeinen Vorstellungen.
Zweiter Quadrant: causa efficiens - Jungfrau, Löwe, Krebs
Predigten machen diese Vorstellungen emotional erlebbar.
Erster Quadrant: causa materialis - Zwilling, Stier, Widder
Glaubensgemeinschaften organisieren die Predigten.

Der Sinngehalt von „Neugier" demonstriert am Beispiel der Tierkreiszeichen: Causa materialis - Zwilling-Prinzip: 
Neugier als Interesse am Entdecken.
Causa efficiens - Jungfrau-Prinzip: 
Neugier als Vorsorge für gutes Gelingen.
Causa formalis - Schütze-Prinzip: 
Neugier als Einsicht in Zusammenhänge.
Causa finalis - Fische-Prinzip: 
Neugier als Suche nach der Wahrheit.
Gut zu wissen, auf welche Weise Menschen neugierig sind.
Die Astro­logie hilft, die Bedeutung von Begriffen zu präzisieren.

In seinem Lehr- und Übungsbuch Band 1 hat Döbereiner die vier Quadranten in verschiedenen Versionen sehr anschaulich dargestellt. Es lohnt sich, dort nachzulesen, was hier komprimiert beschrieben wird. So bezieht sich Döbereiner zum Beispiel auf die vier aristotelischen Kausalitäten als die vier Gründe des Seins. Erster und zweiter Quadrant sind als causa materialis und als causa formalis phänotypisch, haben also einen konkreten, realen Bezug zur Erscheinung. Der erste Quadrant mit Widder, Stier und Zwilling kennzeichnet den stofflichen Urgrund, also alles was räumlich erfassbar und sichtbar ist. Der zweite Quadrant mit Krebs, Löwe, Jungfrau kennzeichnet den formgebenden Urgrund, also alles was seelisch begründbar ist und sichtbar gemacht wird.

Dritter und vierter Quadrant sind als causa efficiens und als causa finalis genotypisch, beziehen sich also auf die Außenwelt. Dabei kennzeichnet der dritte Quadrant mit Waage, Skorpion, Schütze den bewirkenden Urgrund, also alles was sich aus Begegnungen ableitet und zu Vorstellungen führt und sich damit an die Sichtbarkeit des ersten und zweiten Quadranten bindet. Der vierte Quadrant mit Steinbock, Wassermann, Fische kennzeichnet den bestimmenden Urgrund, also alles was als Erwirktes einer Entwicklung ein unbeeinflussbares Eigenleben erlangt hat oder – umgekehrt – als unbewusst Wirkendes die Quelle der Wirklichkeit repräsentiert.

Astro­logie und Philosophie

Astrologen sind keine Philosophen. Dennoch kann das astrologische Ordnungssystem dazu beitragen, über lebensphilosophische Fragen des Alltagslebens nachzudenken. Ein Vorteil dieser Art des Nachdenkens wird durch den Vergleich mit dem Buch „Die philosophische Hintertreppe" von Wilhelm Weischedel deutlich. Dort werden die Denkwelten von 34 berühmten Philosophen der Weltgeschichte schlüssig im unmittelbaren Zusammenhang mit ihren Persönlichkeitsmerkmalen, ihrer Lebenserfahrung und dem vorherrschenden Zeitgeist dargestellt. Diese drei Faktoren haben die Entstehung der jeweiligen individuellen philosophischen Konzepte grundlegend beeinflusst. Im Unterschied dazu bleibt das persönliche Weltbild eines Astrologen ohne Einfluss auf die astrologische Denkordnung. Denn Astro­logie beschreibt Werte. Philosophie hingegen setzt Werte. Insofern kann die Astro­logie klassische philosophische Konzepte auf originelle Weise ergänzen und bereichern.

Im Verlauf des Buches wurden die zwölf astrologischen Grundprinzipien erläutert, die in ihrer Kombination für jeden Zeitpunkt einen einzigartigen Inhalt versinnbildlichen. Im Geburtshoroskop wird das individuell angezeigt. Diese zwölf Variablen im Baukasten der astrologischen Denksystematik können aber auch in Bezug auf das Zeitgeschehen interessante, allgemeine Einsichten vermitteln und als Grundlage für aktuelle, zeitkritische Überlegungen dienen. Abgeleitet von den auf Seite 18/19 aufgelisteten Prinzipien:

Zum Widder-Prinzip („Energie - verlangt Durchsetzung") gehört das Problem, dass der unverzichtbare, individuelle Durchsetzungsdrang aus der Balance geraten ist und sich zu einer schrankenlosen Rücksichtslosigkeit entwickelt hat. Beispiele dafür gibt es in vielen gesellschaftlichen und politischen Lebensbereichen – von der symbolischen Trump-Parole „America first" bis zu den aggressiven Attacken auf das Personal von Bahn, Feuerwehr oder Polizei.

Zum Stier-Prinzip („Bestand - führt zu Ansammlung") gehört das Problem, dass das persönliche Sicherheitsbedürfnis nach Geborgenheit in einer Solidargemeinschaft aus der Balance geraten ist und einem unsolidarischen Verlangen nach materiellem Wohlstand gewichen ist. Beispiele dafür sind Konsumverhalten und Wohnungsbau – von anonymen, gigantischen Shopping Arenen bis zu anonymen, überdimensionierten Wohnsilos.

Zum Zwilling-Prinzip („Unterscheidung - bewirkt Aufklärung") gehört das Problem, dass die Welt des Sachwissens aus der Balance geraten ist und auf Grund ihrer extremen Spezialisierung zu einer schleichenden Entmündigung der Bürger führt. Beispiele dafür findet man im Bereich der Wissenschaftsgläubigkeit – von der Bevormundung durch undurchschaubare IT-Argumentation bis zu Belehrungen durch selbsternannte Wissenschaftsjournalisten ohne überprüfbare Kompetenz.

Zum Krebs-Prinzip („Empfindung - orientiert das Seelenleben") gehört das Problem, dass das Empfinden für Innerlichkeit aus der Balance geraten ist und sich immer mehr vom eigenen Erleben entfernt. Beispiele dafür findet man auf vielen Gebieten der „Psycho-Industrie" – vom maßlosen Einfluss organisierter Selbstfindung bis zum ausufernden Esoterik-Kitsch.

Zum Löwe-Prinzip („Lebenstrieb - bewirkt Tatkraft") gehört das Problem, dass die Art des öffentlichen Auftretens aus der Balance geraten ist und immer mehr Menschen zur großen Show neigen. Beispiele dafür zeigen sich vor allem in den Massenmedien – vom riesigen „Jahrmarkt der Eitelkeiten" bis zu inkompetenten Wichtigtuern in den sozialen Medien.

Zum Jungfrau-Prinzip („Steuerung - führt zu Anpassung") gehört das Problem, dass Risikokontrollen aus der Balance geraten sind und häufig maßlos übertrieben werden. Beispiele dafür findet man auf vielen Gebieten der Erziehung – von übereifrigen Helikopter-Eltern bis zum Übermaß an Vorschriften in Schulen und Universitäten.

Zum Waage-Prinzip („Begegnung - strebt nach Ausgleich") gehört das Problem, dass Empathie und Nächstenliebe aus der Balance geraten sind und auf vielen Gebieten kommerzialisiert werden. Beispiele dafür findet man beim allseits angesagten „Gutmenschentum" – von einer „Mitleidsindustrie" bis zur korruptionsfördernden Entwicklungshilfe.

Zum Skorpion-Prinzip („Bindung - sucht Leitbilder") gehört das Problem, dass wegweisende Leitbilder und klare Überzeugungen aus der Balance geraten sind und zu sektiererischem Extremismus und brutaler Hasspropaganda verkommen. Beispiele dafür findet man vor allem bei Religionskriegern – von kommerzialisierten Megakirchen bis zu Absolutheits-Fanatikern.

Zum Schütze-Prinzip („Fügung - führt zu Einsichten") gehört das Problem, dass die Freude an Visionen aus der Balance geraten ist und sich immer mehr zum Glauben an Illusionen gewandelt hat. Beispiele dafür findet man beispielsweise in der Raumfahrt – vom Wunschdenken einer Menschheitsrettenden Marsbesiedelung bis zur absurden Idee der Kontaktaufnahme mit Außerirdischen.

Zum Steinbock-Prinzip („Konzentration - bedeutet Reduzierung") gehört das Problem, dass regelnder Ordnungssinn und Konzentration auf das Wesentliche aus der Balance geraten sind und zunehmend von einer bürgerfernen „Obrigkeit" bestimmt werden. Beispiele dafür findet man bei vielen Formen von Machtmissbrauch – von überbürokratisierten Verwaltungen bis zu unverständlichen Gesetzgebungen.

Zum Wassermann-Prinzip („Befreiung - entspricht Aufhebung") gehört das Problem, dass das Streben nach Innovationen aus der Balance geraten ist und immer häufiger zu einem unausweichlichen Zwang degeneriert. Beispiele dafür findet man in der Konsumgüter-Industrie – von überflüssigen Produktneuheiten bis zu übertriebenem technischem Fortschritt.

Zum Fische-Prinzip („Unbewusstes - bedeutet Auflösung") gehört das Problem, dass die Hinwendung zum Hintergründigen und Absichtslosen aus der Balance geraten ist und immer öfter für Ideologien missbraucht wird. Beispiele dafür findet man in vielen Bereichen des Spirituellen – von abseitigen Sektierern bis zum zunehmenden Missbrauch von Drogen.

Die zwölf Tierkreis-Prinzipien stehen alle in einem unmittelbaren Zusammenhang und zu jedem Zeitpunkt in einer einzigartigen, niemals wiederholbaren Verbindung. Die Sinnbilder der einzelnen Prinzipien ergänzen sich oder werden durch Gegenregulative in Frage gestellt. Wie diese Spannungen ausbalanciert werden können, kann man mit Hilfe der astrologischen Denkordnung anschaulich beschreiben – nach dem Motto: „The key to life is balance."

Eine aufgeklärte Astro­logie bietet wunderbare Möglichkeiten für anregende Gedankenspiele im riesigen Meer bildhafter Analogien. Denn durch die Brille der Astro­logie betrachtet verbinden sich Dinge, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, schlüssig und zwangsläufig zu einer gedanklichen Einheit. Insbesondere wenn man die von der astrologischen Denkordnung geforderte Reduktion auf das Wesentliche beherrscht und Sachverhalte nicht bewertet, sondern nur beschreibt, kann man ihre Essenz verstehen lernen: Die unendliche Vielfalt in unserer höchst komplexen Welt lässt sich durch das System der Tierkreiszeichen auf ihre grundlegenden Prinzipien zurückführen."


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